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Mittwoch, 9. November 2011

Gut und Böse - Ein Hommage an Dexter Morgan

Seit Menschen denken können, philosophieren sie über Gut und Böse. Was macht jemanden zu einem guten Menschen und andere zu den Bösen? Gedanken? Taten? Prinzipientreue?

Ein abschließendes Fazit wird es wohl in naher Zukunft nicht geben. Auch Showtimes preisgekrönte TV-Serie "Dexter" gibt hierauf keine Antwort. Der (Anti-)Held des Formats, Dexter Morgan, arbeitet tagsüber als Blutspurenanalyst bei der Polizei in Miami und nachts mutiert er selbst zum "charmanten Monster". Er ist ein waschechter Serienkiller, allerdings mit einem strengen Ehrenkodex: er tötet nur Personen, die selbst Mörder sind und der Justiz durch die Lappen gegangen sind. Sein Mordtrieb ist allerdings nicht moralischer Natur, nein. Er ist animalisch. Er muss töten, weil es in seiner Natur liegt. Dabei kanalisiert er seinen Trieb einfach in eine Richtung, die der Gesellschaft dienlich ist.

Dexter Morgan ist ein Soziopath. Er empfindet nichts. Seine öffentliches "Ich" ist eine Scharade, die sein wahres Wesen kaschieren soll, ja sogar muss, weil er sonst auf dem elektrischen Stuhl landen würde. Im Verlauf der Serie verwickelt er sich allerdings immer mehr in manchmal positive und öfter verhängnisvolle zwischenmenschliche Beziehungen. Seine Unbeholfenheit hat dabei teilweise sogar etwas Komisches. Ganz und gar nicht unbeholfen ist er dagegen, wenn er seiner Mordlust nachgeht. Hier liegt das Prädikat "Perfektion" in der Luft. Und auch der geistig gesunde Zuschauer kann sich nicht der Faszination entziehen, die die Szenen auf einen ausüben.

Dexter Morgan verkörpert beide Seiten: Gut und Böse. Und gerade diese Ambivalenz ist es, die mich zu meinem Song "Mr. Morgan" inspiriert hat. Er beschreibt genau eine dieser Szenen, die so erdrückend paradox sind und erscheint am 01.12.2011 auf iTunes, Amazon und diversen anderen Shops. Er ist meine ganz persönliche Hommage an Dexter. Der interessierte Leser kann ihn sich jedoch bereits jetzt auf facebook anhören. Und für die eingefleischten Fans unter Euch gibt es hier jetzt exklusiv den Text:

Mr Morgan
Music & Lyrics by Hank Dexter aka Marvin Mügge


I do not feel like I should
My mind is free but my heart stays cold
The truth stuck down there in your veines
The judge in me callin' for change

Can you feel it
Can you feel it
Can you feel it
I can feel it

Can you feel it
Can you feel it
Can you feel it
I can feel it

Don't be afraid my friend
I'll make you understand
The more you struggle
The more I gonna have my fun
They call me the bay harbor butcher
the dark defender
but I prefer
charming monster

I bet you pray now for mercy
Your whole life you worshiped just yourself
You guessed it, hey, it's judgement day
I gonna take your blood for me

Can you feel it
Can you feel it
Can you feel it
I can feel it

Can you feel it
Can you feel it
Can you feel it
I can feel it

Don't be afraid my friend
I'll make you understand
The more you struggle
The more I gonna have my fun
They call me the bay harbor butcher
the dark defender
but I prefer
charming monster

I'm just a charming monster
attracted by your drive
like a predator on a manhunt
I get wind of scum like you

You can't run, you can't hide
Once I focus I will finish
You can beg and you can pray
your blood belongs to me
You can't hide, you can't run
Once I focus I will finish
You can beg and you can pray
your blood belongs to me

I'm just a charming monster
attracted by your drive
like a predator on a manhunt
I get wind of scum like you

You can't run, you can't hide
Once I focus I will finish
You can beg and you can pray
your blood belongs to me
You can't hide, you can't run
Once I focus I will finish
You can beg and you can pray
your blood belongs to me









Freitag, 4. November 2011

Myspace update

Anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung meiner zweiten Single "Mr. Morgan" habe ich mir erlaubt, mein Myspace-Profil mit neuem Material und Design zu versorgen.

Ich wünsche viel Spaß beim stöbern!

http://www.myspace.com/hankdextermusic

Donnerstag, 22. September 2011

Hanks Musiktipp: Selah Sue

Manchmal sitzt man mit offenem Mund da und kann nur noch staunen.

So geschehen gestern Abend gegen Mitternacht. Harald Schmidt (endlich wieder daheim ;)) kündigt eine mir bis dato unbekannte Sängerin an: Selah Sue. Und da kommt sie auf die Bühne, dieses kleine, grün-äugige Persönchen und nimmt einen sofort gefangen mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Attitüde und nicht zuletzt auch ihrer Musik.

Der Song, den sie performt, heißt "Raggamuffin" und hält nicht nur, was er verspricht, sondern übertrifft die kühnsten Erwartungen. Was da an Stimme aus dieser Frau herauskommt, könnte man am besten als eine Fusion aus Soul, Reggae, Rap und klassischem Singer-Songwriter-Stil bezeichnen. Einzigartig. Mutig. Und verdammt cool. Sowohl die Musik als auch Selah Sue selbst könnten aus einem Tarantino-Film mitten auf die Bühne gebeamt worden sein.

Böse Zungen könnten behaupten, sie springt auf den Adele-Zug auf, die den Soul zurück in die Charts gebracht hat. Doch Selah Sue ist - bei allem Respekt für Adele - so viel mehr. Sie entfaltet eine vollkommen neue Dimension, indem sie gekonnt die verschiedenste Stilelemente zu etwas kombiniert, das es so noch nicht gab.

Wenn man bedenkt, dass die Belgierin erst 22 Jahre alt ist, verwundert einen ihre musikalische Reife noch viel mehr. Das muss sich auch Prince gedacht haben, als er sie als Konzert-Support gebucht hat und ebenso Cee Lo Green, der zuerst zustimmte, sie bei einem Song ihres Debutalbums zu begleiten und sich dann sogar entschloss, den so entstandenen Song "Please" auch auf sein eigenes Album zu packen.

Selah Sue hat mit ihrem Debutalbum nicht nur ein beachtliches Erstlingswerk hingelegt, sondern sie hat meiner Meinung nach das erfrischendste und spannendste Album seit Jahren geschaffen. Schon der Opener "This World" überzeugt mit seiner Bass-Line und 70s-Trompeten. Und spätestens wenn sie beim zweiten Song, "Peace of Mind", auf einmal einen waschechten Rap "hinflowt", während im Hintergrund ein geniales Ad-Lib-Sample geloopt wird, ist klar, dass Selah Sue nicht auf Kompromisse steht. Danach folgt das schon erwähnte "Raggamuffin". Bis auf zwei kleine Ausreisser kann sie auch das ganze Album hinweg dieses Wahnsinnsniveau halten. Und selbst diese Ausreisser sind immer noch besser als das meiste, was heute in den Charts zu finden ist. Weitere Anspieltipps: "Crazy Vibes", "Black Part Love" und "Crazy Sufferin Style".

Zu den genialen Songs serviert uns Selah Sue eine wunderbar warme, soulige und rauchige Stimme, die sie sowohl weich als auch hart einsetzt und mit einem unglaublichen Timing und Flow. Gerade bei Live-Aufnahmen kann man sehen, dass sie ihr Handwerk als Sängerin wirklich versteht und auch technisch auf höchstem Niveau agiert.

Chapeau!

Offizielle Website mit Tourdates






Donnerstag, 1. September 2011

Meine kleine Taschenpoesie: Herr K. und Herr J.

Herr K. und Herr J.

Herr K. traf einst Herrn J.
Befragte ihn zu Welt und Gott
Was er persönlich davon hält
Wie's allgemein ihm so gefällt.

Herr J. indes, gar nicht schüchtern
Entgegnete dem K. ganz nüchtern
Die Welt und Gott, wer soll das wissen
Persönlich geht es allgemein beschissen.

Mittwoch, 10. August 2011

Music & Business: Synch Rights

"Synch Rights" sind das Recht, Werke der Musik mit Bildmaterial zu verbinden. Es wird auch als "Filmherstellungsrecht" bezeichnet, obwohl es rechtlich gesehen eigentlich eine Mischung aus Vervielfältigung und Bearbeitung ist.

Dieses Synchronisationsrecht muss direkt beim Urheber beantragt werden, da es einen starken Eingriff in das Urheberpersönlichkeitsrecht darstellt. Es reicht hier also nicht aus, eine Lizenz bei der GEMA zu erwerben.

In der Praxis gestaltet sich das folgendermaßen:

Zunächst sollte man über eine Datenbankrecherche bei der GEMA den Urheber bzw. den ihn vertretenden Musikverlag herausfinden. Am besten ist es, wenn man direkt dort anfragt, allerdings sollte man sich darauf gefasst machen, dass eine ordentliche Lizenzgebühr fällig wird, die schnell im fünfstelligen Bereich und darüber liegen kann (je nach Bekanntheitsgrad des Werkes). Alternativ kann man die Anfrage auch bei der GEMA stellen. Die ist allerdings verpflichtet, Rücksprache mit dem Urheber oder Publisher zu halten und ihm die Möglichkeit zu bieten, selbst die Lizenzverhandlungen zu führen (was in 99,9% der Fälle auch passiert).



XING - Das professionelle Netzwerk




Da es sich bei der Vertonung eines Films mit Musik meist um vorbestehende Songs handelt, ist außerdem das Leistungsschutzrecht des Tonträgerherstellers zu wahren. Dort muss man also zusätzlich das sog. "Filmeinblendungsrecht" ("master use license") einkaufen. Auch hier sollte man sich darauf einstellen, das man dieses nicht gerade kostenlos erhält.

Sind alle Genehmigungen eingeholt und Rechnungen bezahlt, wird je nach Verwertung der Filmproduktion (Kino, DVD etc.) außerdem noch der jeweils gültige Tarif der GEMA für z. B. die Vervielfältigung und Verbreitung oder auch öffentliche Wahrnehmbarmachung des Filmwerkes (das ja Musik aus dem GEMA-Repertoire enthält) fällig.

Wie Ihr sehen könnt, ist das Geschäft mit den "Synch Rights" durchaus lukrativ für den Urheber. Zum Sonderfall Werbung und TV-Produktionen später mehr an dieser Stelle.

Donnerstag, 4. August 2011

Meine kleine Taschenpoesie: Dichtkunst

Dichtkunst

Dichten ist wohl eine Kunst
Richten mag ein jeder Leser
Verdienen möcht' ich seine Gunst
Bedienen Reime wie nun - Cäsar.

Behandle Deine Wörter gut
Verhandle über Satz und Sinn
Gestalte sie mit recht viel Mut
Verwalte nicht nur her und hin.

Mein Kapital, das ist mein Wort
Rein funktional hier diese Zeile
Dicht' weiter so in einem fort
Richt' selber und verweile.


Dienstag, 2. August 2011

Hanks Filmtipp: Lovesong für Bobby Long

Es gibt manche Filme, die berühren einen auf ganz besondere Art. Mein heutiger Filmtipp ist einer von diesen Filmen.

"Lovesong für Bobby Long" wirkt wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Es gibt keine hektischen Schnitte, keine Verfolgungsjagden, kein Internet, noch nicht einmal ein Handy. Ort der Handlung ist New Orleans, das von Regisseur Shainee Gabel genauso eingefangen wurde, wie man sich das als Europäer so vorstellt: ein wenig schmuddelig, aber unglaublich schön und mit einer ordentlichen Portion romantischer Melancholie.

Drei Menschen, die eigentlich so gar nicht zueinander passen, werden durch den Schmelztiegel ihrer gemeinsamen Vergangenheit gezwungen, miteinander zu leben. Da hätten wir die Schulabbrecherin Pursy, fabelhaft gespielt von Scarlett Johannson, die keine Sekunde zögert aus ihrer Wohnwagensiedlung zu flüchten, als sie erfährt, dass ihre verstorbene Mutter ihr ein Haus in New Orleans hinterlassen hat. Und dann sind da noch Lawson (Gabriel Macht) und natürlich Bobby (John Travolta), zwei heruntergekommene Säufer. Sie stellen sich als enge Freunde der Verstorbenen vor und bewohnen zu Pursys Entsetzen das heruntergekommene Anwesen.

Schnell wird klar, das die beiden nicht beabsichtigen, das Feld zu räumen und so sind die drei Außenseiter gezwungen, sich zu arrangieren. Es stellt sich heraus, dass Bobby ein abgehalfterter Literaturprofessor ist und Lawson sein ehemaliger Protégé. Beide, insbesondere Bobby, hängen dem Gin-getränkten Traum nach, dass Lawson eines Tages einen dieser großen amerikanischen Romane schreiben wird.

Die Dinge nehmen ihren Lauf und Schritt für Schritt entfaltet sich eine faszinierende Geschichte voller begrabener Geheimnisse, die Pursy, Lawson und Bobby immer enger miteinander verweben. Es ist eine Geschichte über die "Unsichtbaren" in unserer Gesellschaft, wie die Figur des Lawson am Ende des Filmes treffend resümiert.

"Lovesong für Bobby Long" wird getragen von der zwischenmenschlichen Spannung dreier Figuren, die weder mit noch ohne einander können und nicht zuletzt auch von seinen Hauptdarstellern, allen voran John Travolta, der mit schwarzem Raucherzeh durch die Armenviertel New Orleans' torkelt. Garniert wird das Ganze mit einem wirklich ergreifenden Südstaatenromantik-Soundtrack, der sogar zwei Songs enthält, die von Travolta selbst performt werden.

Und wieviel Liebe zum komischen Detail in diesen Film gesteckt wurde, wird dem Zuschauer spätestens klar, als der ketterauchende Bobby an einer Telefonzelle steht, neben ihm eine auf ihn zeigende Leuchtreklame mit der Botschaft "Americas Best Barbecue"...

Unbedingt anschauen!